Gefährdung des Birkwildes am Hirschberg!

(Bild von "(c)  Platzhirsch" )

Das Birkwild- Vorkommen am Hirschberg,  wird durch nächtliche Skitouren Angebote gefährdet!

Im folgenden die ganze Problematik:

 

Links die zum nächtlichen Tourengehen am Hirschberg ,,einladen":

http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.afterwork-bus-von-muenchen-na...

https://www.bergzeit.de/magazin/nacht-skitour-blomberg-taubenstein-sudel...

 

 

Kommentar unserer 2. Vorsitzenden Dr. Christine Miller:

Ausrottung mit Ansage!

Birkwild ist in Bayern vom Aussterben bedroht. Die Vorkommen sind leicht an den Fingern abzuzählen. In den Alpen halten sich die Vögel noch am längsten. Doch Gefahren drohen auch hier, denn die lichten Wälder werden weniger, ebenso ruhige Almfläche und weniger wird vor allem das Wichtigste für die Birkhühner: Ruhe im Winter und Ruhe an den Balzplätzen!

 

Am Hirschberg gibt es noch einen kleinen Bestand – aber sein letztes Stündlein wurde in diesem Winter eingeläutet. Eindringlich haben Vogelschützer und Fachleute darum gebeten die Skirouten, die bisher in den offiziellen Karten eingezeichnet waren, nicht mehr zu markieren, denn die Sportler marschieren direkt durch das Wohnzimmer der empfindlichen Hühner. Die paar Schildchen, die der Alpenverein aufgestellt hat, um die lieben Wintersport-Enthusiasten zu bitten, nicht weiterzugehen, sieht man ja im Dunkeln nicht. Und gerade im März, zur Tourensaison kommen die „Spielhähne“ in Balzstimmung. Dann zählt jede Störung doppelt. Und wird der Balzplatz mehrmals hintereinander gestört, kann es sein, dass es in diesem Jahr überhaupt keine Küken schlüpfen.

 

Sargnagel Nachttouren

In diesem Winter kocht die Stimmung bei Naturschützern hoch. Denn mittlerweile wird nicht nur in Hochglanz- Magazinen und auf Sportler-Seiten im Netz für Tag- und Nachttouren auf den Hirschberg geworben. Findige Agenturen und willige Sportausrüster und Schilehrer organisieren jetzt „After-Work-Schitouren“ für die Münchner, die das quirlige Stadtleben nun auch in die Wald- und Bergeseinsamkeit bringen wollen.

 

Auch wenn die meisten nur ein kurzes Stückchen zur Einkehr hochtappen. Ein paar Wagemutige ziehen trotzdem weiter bergan, rein ins Birkwild-Schlafzimmer, oder probieren Abkürzer und Tiefschnee-Schlenker aus. Lärm und Licht zu ungewohnten Zeiten und an ungewohnten Orten versetzt die Wildtiere im Bergwald in Panik. Ihr Stoffwechsel ist jetzt auf Kante genäht und jede zusätzliche Aufregung und Anstrengung erhöht die Gefahr, dass sie diesen Winter nicht überleben.

 

Aufklären und Aufhalten!

Wir können diese mutwillige Zerstörung unserer Naturschätze nur für den Profit und den kurzzeitigen Lustgewinn einiger Weniger nicht hinnehmen. Wir planen Mahnwachen in München und am Hirschberg und Aufklärungsaktionen unter den Wintersportlern. Sicher will keiner vorsätzlich den Wildtieren schaden und auch wir wollen nicht grundsätzlich den Spaß am Wintersport verderben. Es gibt Wege für ein Miteinander in Wald und Berg. Das wollen wir mit einer Reihe von Aktionen und Infoveranstaltungen zeigen. Bei den Organisatoren und Touristikern werden wir auf klare Spielregeln pochen, die auch dem Wild und der Natur eine Überlebenschance gibt. Die „Spuivogerl“ werden es uns danken!

 

Fragen und Antworten

 

Frage: Bei den nächtlichen Schitouren sieht man keine Tiere, die in Panik flüchten. Haben Schitouren überhaupt so eine große Wirkung?

Antwort: Wildtiere reagieren bereits lange bevor Touristen sie sehen könnten. Sie flüchten oder sie drücken sich in ihre Verstecke. In beiden Fällen ist ihr gesamter Kreislauf in Alarmstimmung – und das kostet wertvolle Kalorien.

 

Frage: Früher sind Leute doch auch mal zu einer Mondscheintour aufgebrochen. Warum soll es heute plötzlich so schädlich sein?

Antwort: Das hat mehrere Gründe: Die Rückzugsgebiete für Wildtiere sind kleiner geworden, die Störungen mehr. Und vor allem durch die neue LED Lampen Technik, können sich Sportler heute ungehindert fast überall hin bewegen. Außerdem ist die Reichweite des Lichtstrahls weiter als wie mit einer kleinen Taschenlampenfunzel von früher. Der Störradius ist viel größer.

 

Frage: Die Touren am Hirschberg gehen ja nur entlang Pistenrand und bis zum Waldrand. Wie sollen dadurch die Birkhühner gestört werden?

Antwort: Es werden sich nicht alle an die ausgeschilderten Wege halten. Bereits jetzt wird in Zeitschriften und auf Foren damit geworben, weiter zu gehen. Außerdem gibt es auch im Wald Wildtiere. Wenn auf den Pisten und Wanderwegen tagsüber Betrieb ist, versuchten die Tiere wenigstens die Nachtstunden zu nutzen. Jetzt können sie auch das nicht mehr.

 

Frage: Die organisierten Touren finden doch nur einmal die Woche statt. Da kann die Störung doch gar nicht so schlimm sein?

Antwort: Bisher gibt es nur eine „After-Work-Tour“. Aber das kann sich schnell ändern. Und wer Geschmack an der nächtlichen Schitour in der Gruppe gefunden hat, kommt morgen und übermorgen vielleicht auf eigene Faust. Deshalb muss jetzt diesem Spektakel sofort und entschieden Einhalt geboten werden.