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Swiss Wildlife Information Service (SWIS)
Die zeitsparende Literaturdatenbank für Forschung, Praxis & Medien

Ernährungsstrategien und Verbiss

In einem schwedischen Experiment wurden junge Waldföhren mit einem Birkenrindenextrakt behandelt und die Wirksamkeit des Extrakts gegen Verbiss durch Rothirsch und Elch untersucht. Denn Birkenrinde enthält natürlicherweise Abwehrstoffe gegen Pflanzenfresser. Elche sind, wie unsere Rehe, „Konzentratselektierer“: sie fressen viele Triebe und Knospen verholzter Pflanzen. Rothirsche gehören dagegen zum „intermediären“ Typ und ernähren sich zu einem grossen Teil von Gräsern. Rothirsche verbissen Bäumchen ohne und mit Birkenrindenextrakt im Verhältnis 2:1, Elche im Verhältnis 4:1. Wenn nur jedes zweite Bäumchen mit Extrakt behandelt war, wählten Rothirsche gezielt die unbehandelten aus, Elche hingegen verzichteten weitgehend ganz auf die Bäumchen der Versuchsfläche. Das weist auf eine unterschiedliche Strategie der beiden Huftierarten bei der Nahrungsauswahl hin: Der Rothirsch prüft Pflanze für Pflanze, der Elch wechselt die Pflanzenart oder gar das Äsgebiet, wenn eine gewisse Pflanze nicht schmeckt. Wenn Massnahmen zur Reduktion von Verbiss ausgearbeitet werden und verschiedene Pflanzenfresser im betroffenen Gebiet leben, sollten solch unterschiedliche Ernährungsstrategien berücksichtigt werden. Forest Ecology and Management 390: 1-7; http://dx.doi.org/10.1016/j.foreco.2017.01.013

geteilter Artikel des DJV:

„Generation Selfie“ will Natur und Landwirtschaft entdecken

Die Ergebnisse der Studie „Fokus Naturbildung“ räumen mit Vorurteilen auf

Die Natur ist uninteressant, das Landleben langweilig, die Jagd überflüssig und Bäume fällen schlecht für den Wald – diese Vorurteile über Ansichten der „Generation Selfie“ müssen dringend revidiert werden. Denn die neue Studie „Fokus Natur­bildung“ zeichnet ein ganz anderes Bild: Kinder und Jugendliche fühlen sich wohl in der Natur, finden es spannend, sie auf eigene Faust zu entdecken und interessieren sich sehr für die Arbeit der Landwirte, Förster und Jäger. Allerdings kennen sie deren Aufgaben kaum, ebenso wenig wie die eigenen Möglichkeiten, Naturschutz zu betreiben. Außerschulische Lernangebote stellen eine große Chance dar, dies zu ändern.

(Berlin/ Düsseldorf, 19. Juli 2017) Vor allem Freiheit (74 %) und Abenteuer (71 %), aber auch Stille (53 %) und Gesundheit (42 %) ver­binden junge Menschen mit Natur. Dort suchen sie Spaß und Action sowie einen Ausgleich zum Schulalltag (je 74 %). Das sind zentrale Ergebnisse der Studie „Fokus Naturbildung“. Auftraggeber waren der Deutsche Jagdverband e. V. (DJV), der i.m.a – information.medien.agrar e. V. und die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e. V. (SDW).

Wie geht Naturschutz?

Deutlich mehr als die Hälfte (59 %) der Befragten fühlt sich von der Zerstörung der Natur in Deutsch­land bedroht und 88 Prozent ärgern sich über den sorglosen Umgang mit dieser. Als Konsequenz fühlen sich fast drei Viertel (72 %) der Befragten persönlich verantwortlich für Naturschutz und mehr als die Hälfte (56 %) gibt an, etwas zu tun. Bei konkreter Nachfrage beschränkt sich das Engagement allerdings hauptsächlich auf Mülltrennung und -vermeidung. Besonders erschreckend: Fast einem Viertel der Kinder und Jugendlichen ist überhaupt nicht klar, was sie zum Naturschutz beitragen können.

Schüler wollen Wald und Bauernhof erkunden

Eine überwältigende Mehrheit der Befragten will bei Schulbesuchen im Wald (77 %) oder auf dem Bauernhof (82 %), dass ihnen dort Menschen ihre Arbeit zeigen und erklären. Sie fänden es zudem interessant, selbst Hand anzulegen (je 71 %). Ein festes Programm sehen sie dabei eher als hinderlich an.

Klares „Ja“ zu schonender Nutzung

Jugendliche in Deutschland stimmen einer schonenden Nutzung der Natur mehrheitlich zu. So sind mehr als 80 Prozent der Jungen und Mädchen der Auffassung, dass Wälder wirtschaftlich genutzt werden dürfen, „solange nicht mehr Holz entnommen wird, als nachwächst“. Auch sagen mehr als 60 Prozent, dass die Jagd wichtig sei, „damit das Wild nicht zu viele Schäden in Wald und Feld anrichtet“. Und fast 80 Prozent sind überzeugt von der Bedeutung der Landwirtschaft „für Pflege und Erhalt von Natur und Landschaft“. Hatten die Befragten einen Bezug zur Land- bzw. Forstwirtschaft oder Jagd, fiel die Bewertung dieser Bereiche noch positiver aus. Die Notwendigkeit der Jagd erkannten dann knapp 80 Prozent (plus 16 Prozentpunkte). Weniger ausgeprägt war dieses Phänomen bei der Land- (plus sieben Prozentpunkte) und Forstwirtschaft (plus drei Prozentpunkte). Allerdings zeigt die Studie auch, dass oftmals nicht bekannt ist, wie die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen konkret aussieht. Die Aufgaben von Landwirten, Förstern und Jägern sind größtenteils unbekannt.

Chancen für die Bildungsarbeit

Der DJV, der i.m.a und die SDW sehen in diesem Kontext großes Potenzial für die bestehenden außerschulischen Lernangebote: Die von den Kindern und Jugendlichen als überwiegend positiv benannten Gefühle gegenüber der Natur insgesamt sowie der Landwirtschaft und dem Wald im Besonderen können zum Erwerb von Kompetenzen für nachhaltiges Handeln genutzt werden. So können außerschulische Lernangebote einen wichtigen Beitrag zur Vermittlung umweltbewussten Verhaltens und dem Schutz natürlicher Ressourcen leisten und dazu das konkrete „Handwerkszeug“ anbieten. Insgesamt sind weniger starre Strukturen bei der Wissens- und Erfahrungsvermittlung erforderlich, um auf die Interessen und Bedürfnisse der jungen Menschen flexibler eingehen zu können.

Für die Studie „Fokus Naturbildung“ hat das ECOLOG Institut für sozial-ökologische Forschung und Bildung Antworten von mehr als 1.000 Jungen und Mädchen im Alter zwischen zwölf und 15 Jahren ausgewertet. Die Befragung war in zwei qualitative und eine quantitative Teilstudie gegliedert, deren Daten von Frühjahr bis Winter 2016 erhoben wurden. Der qualitative Teil wurde vom IfA Marktforschung Bremer + Partner durchgeführt. Auftraggeber waren der Deutsche Jagdverband e.V. (DJV), der i.m.a – information.medien.agrar e.V. und die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e.V. (SDW). Gefördert wurde die Studie von der Landwirtschaftlichen Rentenbank und der Stiftung Unternehmen Wald.

 

Forderungen aus der Studie „Fokus Naturbildung“ für die zukünftige Bildungspolitik und die Angebotsentwicklung

Kurzfristige Ziele: Hinweise für künftige Angebote

Der weit verbreitete Wunsch der Befragten nach Freiheit und Abenteuer sollte bei weniger starren Angeboten die aktive Einbindung und mehr Eigeninitiative der Jugendlichen ermög­lichen.

Jugendliche stimmen einer schonenden Nutzung der Natur zu. Sie haben jedoch kaum Vor­stellungen, wie diese aussehen kann. Die Einbindung von Förstern, Jägern und Landwirten können diese Lücke füllen und zum Beispiel gut in die Nachmittagsangebote der Schulen integriert werden.

Die Studienergebnisse zeigen, dass der Wille zum Naturschutz bei den Kindern und Jugend­lichen groß ist, das Wissen um die eigenen Möglichkeiten allerdings eher gering. Angebote sollten Jugendlichen deshalb Aktionen und Handlungsvorschläge zum Erhalt der natürlichen Ressourcen im Alltag aufzeigen und sie befähigen, das Erlebte in Bezug zu ihrer eigenen Lebenswelt zu setzen und Werthaltungen zu entwickeln. Im Sinne von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) sollen sie sich selbst als aktiven Teil der Natur erleben und Handlungsspielräume finden.

Mittelfristige Ziele: Verbesserung der Rahmenbedingungen

Zur intensiveren Naturbildung vor Ort müssen die Rahmenbedingungen verbessert werden:

  1. Die Erreichbarkeit naturnaher Räume sollte durch eine geeignete Unterstützung (z. B. ÖPNV-Fahrkostenzuschüsse) erleichtert werden.
  2. In den Bildungsplänen muss ausreichend Zeit für Aufenthalte im Wald, auf dem Bauernhof oder anderen naturnahen Orten vorgesehen werden, beispielsweise in Form eines „Tages für Naturbildung“ pro Schuljahr.
  3. Lehrkräfte müssen über die Angebote ausreichend informiert werden.
  4. Zur Durchführung von Naturbildung vor Ort müssen Kenntnisse über die Bedürfnisse der Jugendlichen und Erfahrungen in der Umsetzung dem pädagogisch arbeitenden Personal der außerschulischen Lernorte vermittelt werden.
 

Über den DJV:
Der Deutsche Jagdverband (DJV) ist der Dachverband von 15 Landesjagdverbänden mit 245.000 Jägern. Seine Aufgabe ist der Erhalt, die zukunftsgewandte Weiterentwicklung und der Schutz von Wild, Jagd und Natur. Der DJV ist – nach § 63 Bundesnaturschutzgesetz – eine staatlich anerkannte Naturschutzvereinigung, ebenso wie die meisten Landesjagdverbände. Zu den satzungsgemäß verankerten Aufgaben und Zielen des DJV zählt unter anderem die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Im Rahmen der Aktion “Lernort Natur” laden Jäger Schüler und Jugendliche in ihre Reviere ein, um ihnen die Zusammenhänge in der Natur wieder näher zu bringen.

Kontakt:
Deutscher Jagdverband e. V.
Pressesprecher: Torsten Reinwald
Tel: (0 30) 2 09 13 94-23 Fax: (030) 2 09 13 94-30 | pressestelle@jagdverband.de | Chausseestraße 37 | 10115 Berlin |www.jagdverband.de

Über den i.m.a e.V.:
Als gemeinnütziger Verein informiert der i.m.a e. V. über die Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen, die in der Landwirtschaft tätig sind, und über die Bedeutung der Landwirtschaft für die Gesellschaft. Weil immer mehr Menschen immer seltener Gelegenheit haben, sich selbst ein reales Bild von der Landwirtschaft zu machen, kommt es insbesondere darauf an, bereits Kindern und Jugendlichen durch die Bereitstellung von Lehrmaterialien und mit Hilfe von Pädagogen Einblicke in die heutige Welt der Landwirtschaft zu vermitteln. Die i.m.a-Arbeit wird von den deutschen Bäuerinnen und Bauern getragen und von der Landwirtschaftlichen Rentenbank finanziell gefördert.

Kontakt:
i.m.a – information.medien.agrar e.V.
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Bernd Schwintowski
Tel: (0 30) 8 10 56 02-0 | Fax: (0 30) 8 10 56 02-15 | presse@ima-agrar.de | Wilhelmsaue 37 | 10713 Berlin | www.ima-agrar.de

Über die SDW-Schutzgemeinschaft Deutscher Wald:
Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald – Bundesverband e.V. (SDW) ist ein gemeinnütziger Verein mit dem Zweck zum Schutz des Waldes und der Landschaft. 1947 wurde die SDW in Bad Honnef gegründet und ist damit eine der ältesten deutschen Umweltschutzorganisationen. Die Aktivitäten der SDW richten sich an unterschiedliche Zielgruppen und Akteure aus den Bereichen Naturschutz, Forstwirtschaft, ländlicher Raum und Bildung. Hierbei werden moderne bildungs- und erlebnispädagogische Kenntnisse und Vermittlungsmethoden angewendet, um so den Wert des Ökosystems Wald den Menschen nahe zu bringen und zum aktiven Naturschutz beizutragen.

Kontakt:
Schutzgemeinschaft Deutscher Wald – Bundesverband e.V. (SDW)
Pressereferentin: Sabine Krömer-Butz
Tel: (02 28) 9 45 98-3 56 Fax: (02 28) 9 45 98-33 | sabine.kroemer-butz@sdw.de | Dechenstraße 8 | 53115 Bonn | www.sdw.de

 

 

Kinder und Jugendliche möchten die Natur auf eigene Faust entdecken und interessieren sich sehr für die Arbeit der Landwirte, Förster und Jäger. 

Quelle: IMA/SDW/DJV
Mehr als die Hälfte der Befragten fühlt sich von der Zerstörung der Natur bedroht und ärgert sich über den sorglosen Umgang mit dieser.
Quelle: IMA/SDW/DJV

In der Natur suchen Kinder und Jugendliche Spaß und Action sowie einen Ausgleich zum Schulalltag.

Quelle: IMA/SDW/DJV

Mitte Juli fand anlässlich der Jahreshauptversammlung auch eine Neuwahl des Vorstandsteam an. 1. Vorsitzende ist nun die bisherige Vereins-Vize Dr. Christine Miller. Als 2. Vorstand wurde neu gewählt Dr. Hubertus Rechberg, der sich vor allem als unerschütterlicher Kämpfer für das Auerwild in seinem Wald engagiert. Zur Schatzmeisterin wurde Monika Heinzel gewählt, die Schriftführung bleibt in den bewährten Händen von Monika Baudrexl.
Dr. Christine Miller bedankte sich bei der bisherigen 1. Vorsitzenden, IKH Herzogin Helene in Bayern, dafür, dass diese in der Anfangsphase der Vereinsarbeit, Tore geöffnet und Wege geebnet hatte. „Wir können jetzt mit Schwung weitermachen, weil uns Herzogin Helene geholfen hat die ersten Jahre zu wachsen und unbeschadet agieren zu können. Wir sind ihr für diesen Einsatz sehr, sehr dankbar!“
In den vergangenen Jahren hat „Wildes Bayern“ bereits in Nah und Fern für Aufsehen gesorgt und auch viel Bewegung verursacht – die letztendlich den Wildtieren in Bayern zugute kommt. Nicht alle dieser Aktionen stellen Schlagzeilen in der Tagespresse dar, manches geschieht auch im Verborgenen und zeigt trotzdem Wirkung. Für die nächsten Monate sind neben der laufenden Unterstützung von Forschungsprojekten auch zwei Projekte im Bereich Öffentichkeitsarbeit geplant: Eine „Rehstation“ in einem Naturerlebnispfad und eine Broschüre zum Thema Zäune und Wildtiere.

Im nächsten Jahr will die Bayerische Forstpolitik mit Macht an ihrem Verfahren des „Forstlichen Gutachtens“ festhalten. Die Ergebnisse 2018 werden dann wieder unmittelabr in die Abschussplanung eingebunden werden. Wir informieren hier über die Vor- und Nachteile des Verfahrens und seiner Umsetzung:

 

 

 

„Wildes Bayern“ unterstützt die Masterarbeit von Stephanie Weiler an der Universität für Bodenkultur, Wien. Frau Weiler untersucht die Verbreitung von Murmeltieren in Bayern. Alles Weitere erfahren Sie HIER.

Link zum deutschen Jagdverband:

 

https://www.jagdverband.de/content/barrierefreiheit-f%C3%BCr-die-biologi...

 

Kommentar von Dr. Christine Miller:

Mr Seehofer, tear down this wall!
Im Freistaat verhindern nicht nur natürlich Barrieren den Zusammenhalt der Wildtier-Populationen. Rotwild wird aus einem Großteil seines natürlichen Lebensraums ausgesperrt. Und selbst mitten im größten behördlich erlaubten Rotwild-Vorkommen klafft eine große Wunde im Verbreitungsgebiet. Auf Verlangen einiger weniger Grundstücksbesitzer wurde am östlichen Inn-Ufer vor etwa 15 Jahren dem Rotwild Platzverweis erteilt. Diese unnatürliche Grenze im Lebensraum unserer größten WIldtiere muss fallen, damit unsere Natur wieder ein bisschen natürlicher und unsere letzten „Roten“ wenigstens in den bayerischen Alpen ein sicheres Rückzugsgebiet haben.
Wir werden noch in diesem Jahr dazu eine Petition starten.

Überaus gründlich und kompetent recherchiert. Die Aufnahmen bestätigen die wissenschaftliche EInschätzung: Gams ist eben kein "Bergwild" sondern eine Wildart, die steile, felsige EInstände liebt und sucht. Wir haben hoffentlich noch oft Gelegenheit die Gams in Mittelfranken zu beobachten.

 

http://www.marcoschuette.com/single-post/2017/03/21/Ein-Besuch-bei-der-k...

 

 

Der bayrische Totem steht seit kurzen im Tierheim in Garmisch!

 

Die Botschaft ist klar:Tierschutz gilt auch für Wildtiere!

 

 

 

 

 

Pressemitteilung der Deutschen Wildtierstiftung:

 

Böcke auf der Flucht vor Skihasen

 

 

Die Deutsche Wildtier Stiftung: Wintersportler sehen immer seltener Gämsen in den Skigebieten
Hamburg, 09. März 2017. Ski heil! Der Ansturm aus dem Norden Richtung Alpen hat begonnen – Deutschlands Skihasen sind jetzt auf der Piste. Für die tierischen Bewohner der Skigebiete wird das Vergnügen der Menschen schnell zum Dauerstress: Sie sind auf der Flucht vor den Skihasen – und geraten dadurch in Gefahr. „Denn durch Wintersportler aufgescheuchte Gämsen verbrauchen im tiefen Schnee enorm viel Energie, die sie durch das geringe Nahrungsangebot jetzt nicht mehr kompensieren können“, sagt Dr. Andreas Kinser von der Deutschen Wildtier Stiftung.

 

Die Folgen von Störungen sind auch im Wald sichtbar. Wenn sich die Wildtiere nicht mehr aus dem dichten Wald heraustrauen, beknabbern sie junge Bäume und können wirtschaftliche Schäden im Wald verursachen. „Vor allem Aktivitäten jenseits der ausgewiesenen Pisten und Wege haben oft gravierende Folgen“, so Kinser. Wildtiere können sich zwar an Menschen auf Pisten und Wegen gewöhnen - doch bereits ein einzelner Mensch, der abseits der Wege unterwegs ist, passt nicht mehr ins gewohnte Schema und löst eine kräftezehrende Flucht aus.

 

Damit der Skiurlaub nicht zum Alptraum der Wildtiere wird, sollten Wintersportler ein paar Grundregeln mit in die Ferien nehmen. „Alle Schneebegeisterten sollten nur die ausgewiesenen Pisten, Wege und Aufstiegsrouten nutzen und auf Touren nach Sonnenuntergang verzichten“, so der Experte der Deutschen Wildtier Stiftung. Vor allem die ausgeschilderten Wildruhezonen, von denen im Alpenraum aus gutem Grund immer mehr entstehen, können ihren Zweck nur erfüllen, wenn jeder Einzelne sie respektiert.
Ein gutes Beispiel für eine Wildruhezone ist das Wald-Wild-Schongebiet am Geigelstein in den Chiemgauer Alpen. Bereits seit Oktober 2009 gilt eine Verordnung, nach der eine Wildruhezone nach wildbiologischen Notwendigkeiten eindeutig abgegrenzt ist und die trotzdem für Skitourengeher und Schneeschuhwanderer viele Tourenmöglichkeiten erhält. „Unverständlich ist für uns allerdings, warum im Gebiet des Geigelsteins die Schonzeit für Gämse aufgehoben wurde und die Tiere ganzjährig gejagt werden dürfen“, sagt Dr. Andreas Kinser. „Was für Wintersportler gilt, sollte doch längst für den Jäger gelten!“

 

Hintergrund
Die Deutsche Wildtier Stiftung engagiert sich seit 2016 für die Gams in den bayerischen Alpen. Denn nach europäischem Recht darf Gamswild erst gejagt werden, wenn seine Population stabil ist. Im Rahmen des Projektes sollen Alter, Geschlecht und Gewicht aller im Rahmen eines Jagdjahres erlegten Gämsen genau erfasst werden, um aus diesen Daten Rückschlüsse auf die lebende Population zu ziehen. Dafür bieten sich die gesetzlich vorgeschriebenen Hegeschauen an, bei denen die körperliche Verfassung des Wildes und die strukturelle Entwicklung der Wildbestände als Information für die Öffentlichkeit dargestellt werden muss.

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