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Nicht verpassen!

Pünktlich zum nächsten Forstlichen Gutachten und zur Abschussplanung kommt ein Film, der uns zeigt, was Natur und Ökologie wirklich bedeuten!

 

 

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zu Foto 1: Kontroverse Diskussionen an vielen Punkten der Exkursion                

zu Foto 2: Gruppenbild vor Streitpuntkt. Pflanzaktionen der Schutzwaldsanierung in einem geschützten, lichtdurchfluteten Schneeheide-Kiefern Wald.

 

 

Zur Zeit tobt in Bayerns Bergwälder ein skurriler Kampf: Waldbesitzer und Forstbeamte streiten, wer bestimmen darf, wie der Wald der nächsten Generation aussehen darf. Und wieviel Rücksicht wirtschaftliche Interessen auf die natürlichen „Ureinwohner“ dort nehmen müssen, seien es Auerhühner, Gams oder Gebirgsschreck.

 

Im September 2016 hatte sich unser 2. Vorsitzender Dr. Hubertus Rechberg, Eigenwaldesitzer in Eschenlohe (1.000 ha,) um Hilfestellung bei den Fragen Forst- und Jagdpolitik in Bayern an den Arbeitskreis Umwelt der CSU gewandt. Der AK Umwelt Kleinostheim folgte dieser Einladung am 27. und 28. Juni 2017 nach Eschenlohe und Garmisch-Partenkirchen zusammen mit 10 Fachleute aus der Forstwirtschaft, Wildbiologie und Jagdpolitik.

 

Am ersten Tag der Veranstaltung führte Dr. Hubertus Rechberg durch seinen Waldbesitz, der seit Generationen von seiner Familie bewirtschaftet wird. Auf einigen Flächen herrschen in der Verjüngung Laubholzanteile von bis zu 90 %. Die Folge einer derartigen Entwicklung ist eine rapide

Verschlechterung der Lebensräume von Auer- und Birkwild, weil die Lebensgrundlage, wie

nadelholzreiche Wälder mit viel Licht am Boden und dadurch viel Beerensträuchern schlichtweg fehlt.

 

Der Folgetag am 28. Juni 2017 war geprägt von einer mehr als vierstündigen Wanderung in Griesen bei Grainau im Bergwald. Der Leiter des Forstamtes Garmisch-Oberammergau, Herr Stöger, wie auch

der Schutzwaldmanagement-Verantwortliche Herr Hillebrandt vom AELF Weilheim und

Dr. Sebastian Höllerl vom BStMELF (Forstministerium) führten die Exkursion.

 

Der Vorsitzendes des AK Umwelt, Manfred Hein beschreibt seine Eindrücke: „Fakt ist, daß wir in Bayern über 200.000 ha Berg-Schutzwaldfläche haben. In Griesen bei Garmisch-Partenkirchen wurden uns Forstsanierungsflächen gezeigt. Dort waren über die Jahre 700.000 Jungpflanzen eingepflanzt worden, um einen laubholz- und tannenreichen Verjüngungsbestand zu entwickeln.

Konkret betraf dies eine Forstfläche von über 1.000 ha. Weitere 6.000 ha Forstsanierungsfläche

sollen in Oberbayern folgen. Die in diesen Sanierungsgebieten vorkommenden Wildarten, insbesondere das Gams- und Rotwild wird bei diesen Vorhaben zu wenig berücksichtigt und weitgehend als Störfaktor in diesen Forstgebieten angesehen. Zurückblickend liegt dies an der Forstpolitik in Bayern. Hier wird einseitig auf hohen Jagddruck auf großen Flächen gesetzt, während geeignete Ruhe- und Rückzugsgebiete für diese Wildarten nicht geplant oder umgesetzt werden. Die Folge dieser bereits seit über zwei Jahrzehnten anhaltenden hohen Jagddrucks sind heute unnatürliche Sozialstrukturen, gekennzeichnet von einem Fehlen der wichtigen alten Altersklassen und einem meist stark verzerrten Geschlechterverhältnis bei den betroffenen Wildarten, vor allem Gamswild. 

 

Zudem wurde in weiten Teilen der natürlichen Überwinterungsgebiete die Schonzeit ganzjährig aufgehoben, weil in diesen Flächen bevorzugt die Forstsanierungsgebiete angelegt wurden. Dieses Vorgehen widerspricht jeglicher Jagd-Ehtik gegenüber dem Hochwild in den Bergen. Das zuständige Personal in den Forstbetrieben muss während der Wintermonate, von Januar bis Mai diese Einstandsflächen ohne Schonzeit regelmäßig (bis zu wöchentlich) kontrollieren und weitgehend wildfrei halten. Für den Aufwand werden den Berufsjäger Erlegungsprämien von bis zu 50 € pro erlegtem Stück Gams- oder Rotwild von den Bayerischen Staatsforsten ausgezahlt.

Wissenschaftliche Untersuchungen über die großräumigen und langfristigen Folgen dieser Vorgangsweise werden kaum berücksichtigt. Auch die Folgewirkungen auf andere, geschützte Tierarten, wie Auer- und Birkwild und Lebensraumtypen, wie lichte Waldgesellschaften müssten sorgfältig abgewogen bei diesem Vorgehen der „Schutzwaldsanierung“ abgewogen werden. Die Biodiversität der betroffenen Lebensräume tritt in den Hintergrund.

 

Auf unserer Wanderung wurde auch nur eine einzige Verbissstelle an einer Ahornpflanze im Augenschein und sichtbar festgestellt. Alle Teilnehmer der Exkursion haben anschaulich versucht Forstwirtschaftliche Fehlentwicklungen aufzuzeigen.

Wir sind nun bemüht nochmals eine solche CSU-AKU-Veranstaltung Ende Juni 2018

durchzuführen. Verantwortliche aus der CSU-Politik aus dem Landtag- und Bundestag wollen

uns in Aschau und Schleching (Chiemgau) dabei unterstützen und begleiten.

Klärungsbedarf ist dabei genügend vorhanden.“

 

Der Einschätzung von Herrn Hein schließen wir uns an und werden ihn auch in Zukunft tatkräftig unterstützen.

Wildes Bayern e.V.

Vorstand

 

An der Veranstaltung waren die Vertreter dreier Ministerialbehörden anderer Länder anwesend, um sich Anregungen zu holen!

 

Link zum Deutschen Jagdportal:

https://www.deutsches-jagdportal.de/portal/index.php/aktuelles/6241-stat...

(Quelle:  Geierschutzinitiative GESI)

 

 

Liebe Naturschützer, liebe Großgreifvogelfans,
 
am Sonntag wurde Gypsi in Salzburg erneut freigelassen, und hat gleich mit den anderen anwesenden Geiern draußen mitgefressen. Über Gypsi wurde in der Presse und im Fernsehen berichtet, hier und in Österreich, hier eine neue Mitteilung der Öffentlichkeitsreferentin des Zoos.
Der Blei-Blutspiegel von Gypsi war bedenklich hoch, in Salzburg ermittelt, nachdem er schon über eine Woche an keine bleihaltige Nahrung mehr kommen konnte (38,7   µg/dl, Normwert  < 5,0 µg/dl).
Zur Vorgeschichte: Am 31.8.17 haben wir Gypsi im oberen Donautal freigelassen, nach erfolgreicher 13-monatiger Reha in Thüringen im Anschluss an einen WKA-Unfall. Nach einigen Tagen im Donautal flog er in die Alpen bis zum Mt. Blanc und Matterhorn, kehrte aber nach 2 Wochen nach Deutschland zurück. Nur infolge seiner Besenderung konnte er entdeckt werden, seine Ernährungs- und Übernachtungsgewohnheiten bekannt werden. Er hat leicht Nahrung gefunden: an Luderplätzen, von Jägern angelegt, die er durch Raben, Krähen und Milane als obligatorische „Vorkoster“  auch an schwer einsehbaren Orten offensichtlich leicht aufgefunden hat, wie wir hier feststellen konnten. Wiederholt nahm er auch Aufbruch von erlegten Wildschweinen auf. In Baden-Württ. ist die Verwendung von bleihaltiger Munition seit 4.2017 untersagt. Wir wissen aber nicht, wie weit dieses Verbot schon eingehalten wird, und was er in Österreich und in der Schweiz gefressen hat. Er wurde schließlich bei Dauerregen durchnässt in der Nähe von Linz angelockt und gefangen, und über den Zoo Schmieding nach Salzburg weitergeleitet. Dort gelang nun die Eingliederung in die wild lebende Gänsegeiergruppe.
 
Da illegale Greifvogelverfolgung noch häufig vorkommt, und nicht sicher ist, ob auch noch mit bleihaltiger Munition gejagt wird, empfiehl die GESI, bei allen geschwächt aufgefundenen Großgreifvögeln (Geier und Adler) und Milanen eine Ganzkörper-Röntgenaufnahme (Schrote im Gewebe, Bleisplitter im Magen ?) anzufertigen, und zusätzlich den Bleispiegel im Serum zu bestimmen. Oftmals dürfte Oftmals dürfte eine Injektionsbehandlung mit Chelaten zur Entgiftung notwendig sein. Auch halten wir eine sorgfältige Untersuchung aller tot aufgefundenen Großgreifvögel für erforderlich, einschließlich einer Untersuchung auf die Belastung mit Schwermetallen (Blei, evtl. auch Kupfer u.a.). Auch empfehlen wir, die zahlreichen neben der Straße verrottenden roadkills etwas abseits zu legen, um sie für Großgreifvögel nutzbar zu machen – ein Beitrag zum Greifvogelschutz und zur Verkehrssicherheit.
 
Angehängt sind neben 4 Aufnahmen der Geierfütterung im salzburger Zoogelände noch eine Übersicht der Wanderungen von Gypsi seit 31.8. aus der heutigen movebank. Alle Infos können  auch für Publikationen benutzt werden, für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.
 
Mit besten Grüßen
Dieter Haas                                                                                                                                                                                                                                 
(Dr. Dieter G. Haas
Geierschutzinitiative GESI
 
 
 
 
 
 
 

Gänsegeier Gypsi ist wieder in Freiheit

 

 

Am Donnerstag, 31.8.17 konnte sich „Gypsi“ endlich wieder in die Lüfte schwingen. Gypsi ist ein über 4 Jahre alter männlicher Gänsegeier, der vor über einem Jahr, am 11.7.2016, verletzt und ausgehungert an einer Windkraftanlage in Thüringen aufgefunden wurde. In einer Großvoliere der Rennsteig-Falknerei im Thüringer Wald wurde er rehabilitiert, was bei seinen unfallbedingten Schwungfederschäden über ein Jahr in Anspruch nahm. Zur Auswilderung setzten sich die thüringer Behörden und Ornithologen mit der Geierschutzinitiative GESI in Verbindung, welche die Freilassung in einem Optimalbiotop für Gänsegeier im Oberen Donautal übernahm. Gänsegeier haben dort viele Jahrhunderte lang gebrütet, immature Vögel kommen auch heute noch auf „Stippvisite“, jedes Jahr auf ihren natürlichen Wanderungen dort vorbei. Aus Gründen des Tierschutzes, zur Absicherung der Auswilderung und zur Zugvogelforschung wurde Gypsi mit einem modernen solarbetriebenen Sender bestückt, der die jahrelange genaue Registrierung seiner Wanderungen erlaubt (ausgeführt durch die Vogelwarte (MPI) Radolfzell). Er tolerierte den Sender a priori, ohne ihn weiter zu beachten.

Am Samstag, 2.9.2017 wird erstmals im Fernsehen über den Fall berichtet, kommentiert von D. Haas und anderen Vogelexperten, in den Landesnachrichten Baden-Württ. aktuell ab 19:45 Uhr im 3. Programm (SWR). Dieser Samstag, 2.September, ist der jährlich wiederkehrende IVAD (International Vulture Awareness Day, übersetzt: „Internationaler Geier-Achtsamkeitstag“), an dem mit zahlreichen Veranstaltungen in verschiedenen Ländern auf die höchstgradige Gefährdung und Schutzbedürftigkeit der Geier weltweit hingewiesen wird. Eine Google-Suche unter IVAD lohnt sich sicher in einigen Tagen.

 

31.8.2017 Dieter Haas

Leiter der Geierschutzinitiative GESI

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