Aktuelles

Mit 90 Jahren verstarb am 20. September 2018 ein integrer Anwalt für das heimische Wild. Im Alter von 15 Jahren erwarb er am 01. April 1943 seine erste Jagdkarte und wurde Mitglied der Deutschen Jägerschaft. Bei allen verdienstvollen und mit Ehrungen gewürdigten Aktivitäten ist Rechtsanwalt Dr. Erich Meidel stets die Liebe zur Natur wichtig gewesen. Er war leidenschaftlicher Sachverwalter für Jagd, Hege, Wild, Natur-Waldschutz. Besondere Anliegen waren und sind ihm die Erhaltung historischer Werte, eine waid- und tierschutzgerechte Jagd und artengerechte Wildbestände. Vor allem dem Rehwild galt seine jagdliche Passion. Sein besonderes Augenmerk galt stets auch dem jagdlichen Brauchtum.

 

In zahlreichen heimatkundlichen, historischen, jagdwissenschaftlichen Publikationen hat er sich mutig zu Wort gemeldet, besonders in seinen 2001 erschienenen Buch "Kein Platz für Hochwild". Ab 1960, fast 60 Jahre war er Jagdpächter in Altmannsdorf/Steigerwald. Am 31. März 2018 lief der Jagdpachvertrag aus. Mit 90 Jahren legte er die Büchse beiseite.

 

Im BJV war er ab dem 31. März 1963 aktiv.So wirkte er als Vorsitzender des Jagdschutzvereins Gerolzhofen von 1963 bis 1970. Von 1968 bis 1989 Vorsitzender der BJV-Bezirksgruppe Unterfranken.Seit 1990 ist er Mitglied des BJV-Landesausschusses. Für sein Engagement wurde Meidel vielfach ausgezeichnet,1982 sogar mit dem Bundesverdienstkreuz.1982 bekam er die bayerische Umweltmedaille. Für besondere Verdienste um die Wildtier- und Jagdforschung erhielt er die Ehrenmedaille der Gesellschaft für Wildtier- und Jagdforschung durch Prof. Stubbe, Halle.

 

Mit Dr. Erich Meidel verlieren wir einen großen Jagdfachmann und allseits geschätzten und beliebten Waidkameraden, der eine große Lücke hinterlassen wird.

In stillem Gedenken - Verein Wildes Bayern e.V.

Liebe Mitglieder,

ein Blick in die Wahlprogramme lohnt sich manchmal, um herauszufinden, wie Parteien bei bestimmten Themen ticken. Wir haben aus den offiziellen Wahlprogrammen der größeren Parteien und dem Bayernplan 2017 der CSU (die noch kein Wahlprogramm beschlossen hat) die Passagen herauskopiert, die sich mit Wildtieren und deren Lebensräume befassen. Einige Programme sind dabei sehr detailliert, vor allem was Landwirtschaft, Flächenverbrauch oder Gewässerschutz angeht. Andere Programme bleiben sehr, sehr allgemein. Welche Taten und Absichten hinter den konkreten oder nebulösen Worten verbinden, können Ihnen nur Parteienvertreter im direkten Gespräch oder der Blick über Landesgrenzen hinaus verraten. Zumindest geben die Wahlprogramme eine Ahnung, was uns bei entsprechenden Mehrheiten zu erwarten hat. Lesen Sie selbst nach! (Die Reihung ist zufällig und bedeutet keine Wertung; bei einigen Programmen mit sehr detaillierter Agenda, Freie Wähler, AfD haben wir Passagen gekürzt, die nicht im Zusammenhang mit Wildtieren und ihren Lebensräumen stehen)

 

FREIE WÄHLER Wahlprogramm 2018

Wir FREIEN WÄHLER stehen zur bäuerlichen Landwirtschaft in Familienhand. Landwirte versorgen die Bevölkerung mit hochwertigen und gesunden Lebensmitteln und erhalten unsere typisch bayerische Kulturlandschaft. Jeder siebte Arbeitsplatz in Bayern hängt an der Land- und Forstwirtschaft … Mehr als ein Drittel unserer Landesfläche ist Wald. Wir müssen diese wertvolle Ressource schützen und im Sinne einer nachhaltigen Bewirtschaftung nutzen. Wir setzen uns für eine gleichermaßen ökologisch als auch ökonomisch sinnvolle Nutzung des Waldes in Bayern ein. Auch die bayerische Teichwirtschaft steht vor erheblichen Problemen. Streng geschützte Beutegreifer dezimieren die Fischbestände teilweise bis an die wirtschaftliche Existenzgrenze. Hier setzen wir uns für pragmatische Lösungsansätze ein. 

Das wollen wir für Sie erreichen:

  • Bäuerliche Landwirtschaft erhalten, anstatt Landwirtschaft in Investorenhand
  • Höhere Tierwohlstandards fördern und auch finanziell honorieren
  • Gentechnikfreies Bayern 
  • Regionale Lebensmittel fördern und bewerben
  • Förderung der stallungsnahen Schlachtung von Tieren, kurze Wege im Sinne des Tierschutzes und der  Lebensmittelqualität
  • Senkung der Auflagen und Vorschriften für Direktvermarktungsbetriebe
  • Klare Kennzeichnung gentechnisch veränderter Lebensmittel
  • Kein standardmäßiger Einsatz von Antibiotika in der Tierfütterung
  • Staatliche Zuschüsse für Tierheime und Tierauffangstationen
  • Lebensmittelverschwendung in Bayern reduzieren
  • Keine Patente auf Pflanzen und Tiere
  • Die Förderung von Alternativen zu Tierversuchen in der Forschung
  • Regional besondere Bewirtschaftungsweisen fördern
  • Die heimische Eiweißversorgung stärken
  • Die Bürokratie für Landwirte verringern
  • Programme zum Schutz von Bienen und der Förderung der Imkerei
  • Die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik weiterentwickeln und das Zwei-Säulenmodell beibehalten
  • Waldbesitzerverbände und Forstdienstleister unterstützen
  • Waldumbau fördern und Waldbauern unterstützen
  • Effektive Managementpläne für große Beutegreifer wie den Wolf
  • Bewährtes Jagdrecht beibehalten
  • Keine weiteren Verschärfungen des ohnehin strengen deutschen Waffenrechts
  • Keine großflächigen Waldstilllegungen

 

CSU (Bayernplan 2017)

Wir werden die Vielfalt der Lebensräume, Arten und Landschaften sowie die Leistungsfähigkeit des Ökosystems als Grundlage für eine lebens- werte Zukunft sichern und erhalten. Dazu setzen wir auf das bayerische Prinzip eines kooperativen Naturschutzes, auf Artenhilfsprogramme und den bayerischen Biotopverbund.

Bayern ist das Wald- und Holzland Nummer Eins in Deutschland. Bayerns Wälder bieten Erholung für die Menschen, Schutz für die Tiere und den nachwachsenden Rohstoff Holz. Wir wollen gesunde und klima- tolerante Wälder in Bayern und eine naturnahe und nachhaltige Waldbewirtschaftung. Statt Waldstilllegung sind wir für Schützen durch Nützen. Wir stehen für ein kooperatives Miteinander von Jagd und Wald.

 

SPD Wahlprogramm 2018

Bayern braucht einen dritten Nationalpark, in dem die Natur sich selbst überlassen wird – sei es im Steigerwald oder Spessart zum Schutz alter Laubwälder oder an der Donau für die verbleibenden Auen. Wir wollen mehr Naturwaldreservate und Naturschutz im Wald. Wir begrüßen die Wiederkehr früher ausgerotteter und ausgestorbener Tierarten, auch von Beutegreifern wie dem Wolf. Dabei setzen wir auf ein gutes Management. Wir werden Umweltkriminalität und vor allem die illegale Tötung streng geschützter Tierarten wie Luchse, hart und effektiv bekämpfen.

 

Die bayerischen Alpen sind eine der letzten großen spektakulären Naturlandschaften in Europa, mit eigener Kultur und Bewirtschaftung. Sie sind aber stark gefährdet durch die Klimaerhitzung, durch immer mehr Verkehr, Freizeitnutzung und Tourismus. Wir bekennen uns zum Schutz der bayerischen Alpen, zu den Zielen der internationalen Alpenkonvention, vor allem zum Grundsatz der nachhaltigen Entwicklung, und zum bayerischen Alpenplan von 1972. Eingriffe aus Profitgründen wie z.B. am Riedberger Horn im Oberallgäu lehnen wir strikt ab. Deshalb werden wir die Änderung des Alpenplans rückgängig machen.

 

Die Grünen Wahlprogramm 2018

Wir haben die Erde von unseren Kindern nur geborgt. Die natürlichen Lebensgrundlagen in Bayern brauchen unseren Schutz. Sauberes Wasser, gute Luft zum Atmen, eine reiche Tier- und Pflanzenwelt, intakte Kulturlandschaften und ein gutes Klima – das brauchen wir alle für ein gutes Leben.

 

Die Natur – unser höchstes Gut

Der Artenreichtum und die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt Bayerns sind eine Voraussetzung für gutes Leben, Grundlage fruchtbarer Böden und Basis unserer Ernährung. Derzeit werden aber auch bei uns die roten Listen gefährdeter Arten immer länger, und das Bienensterben bedroht unsere Landwirtschaft. Zum verbindlichen Schutz unserer heimischen Tier- und Pflanzenwelt bringen wir deshalb ein Bayerisches Artenschutzgesetz auf den Weg. Das intensive Beobachten des Insektensterbens wollen wir im Umweltministerium verankern, nur so können wir konsequent darauf reagieren.

 

Unsere heimischen Tier- und Pflanzenarten brauchen intakte Lebensräume und kleinteilige Landschaften mit Hecken, Ackerrainen oder ungestörten Brachflächen. Deshalb stehen wir für wirksamen Arten- und Naturschutz ein. Wir werden die nationale und europäische Biodiversitätsstrategie auch in Bayern konsequent umsetzen und den Anteil ökologischer Vorrang flächen deutlich erhöhen. Hier hat Natur Vorrang vor intensiver Landwirtschaft und Flächenverbrauch. Mit unserer Naturschutzstrategie stoppen wir den Verlust der biologischen Vielfalt. Dafür wollen wir das europäische Schutzgebietssystem Natura 2000 in Bayern schnell und mit allen Vorgaben zu einem wirkungsvollen Biotopverbund ausbauen.

 

Buchenwälder, Moore, Fluss- und Auwälder sowie der Alpenraum gehören zu den besonders schützenswerten Lebensräumen. Bayern trägt hier national und international eine hohe Verantwortung. Deshalb wollen wir weitere Nationalparke schaffen. Wir bekräftigen den Beschluss über die Ausweisung eines Nationalparks Steigerwald. Wir fordern die Regierung von Oberfranken auf, das Schutzgebiet „Hoher Buchener Wald“ wiederherzustellen. Wir wollen außerdem weitere Nationalparke ausweisen: Auch der Spessart, das Ammergebirge, Isar- und Donauauen und die Rhön bedürfen unseres besonderen Schutzes. Bei Eignung und im Dialog mit der örtlichen Bevölkerung werden wir in den kommenden Jahren mindestens den dritten Nationalpark in Bayern ausweisen.

 

Auch jenseits geschützter Flächen braucht der Naturschutz mehr Gewicht. Wir wollen ein Konzept für ein Biotopverbundsystem aus Naturwäldern entwickeln. Damit wird Urwaldarten und typischen Waldgesellschaften das Überleben außerhalb der Nationalparke gesichert sowie eine Vernetzung der Naturwälder ermöglicht. Die Schutzmaßnahmen für Wälder mit Buchen, älter als 180 Jahre und Eichen, älter als 300 Jahre müssen ausgeweitet und das Einmischen von nicht heimischen Arten muss verhindert werden. In staatlichen Wäldern geht bei uns Wald- und Naturschutz vor Profit. Wir stärken die Landschaftspflegeverbände und bauen Kulturlandschafts- und Vertragsnaturschutzprogramme aus, um gemeinsam mit den Landwirt*innen und den Privatwaldbesitzer*innen artenreiche Felder und Wälder und blühende Wiesen zu schaffen und zu erhalten.

 

AfD Wahlprogramm 2018

7.2. Nachhaltigkeit für die forstwirtschaftliche Zielsetzung

Der Wald braucht Zeit und Kontinuität. Zum Beispiel ist eine Fichte nach etwa 80 bis 90 Jahren erntereif, eine Eiche erst nach 200 bis 300 Jahren. Um einen gesunden Wald unter den unterschiedlichen Aspekten der Ökonomie, Ökologie und Erholung zu erhalten, braucht es langfristige Ziele durch zukünftige Waldbesitzer- und Förstergenerationen.

 

Zugunsten einer nachhaltigen Bewirtschaftung und zur Sicherung der bayerischen Wälder setzt sich die AfD für eine Förderung des Baumaterials und Energieträgers Holz ein. Wir stehen für den Abbau der ausufernden Bürokratie in der Forstwirtschaft und sprechen uns gegen nicht-staatliche Pseudo-Nachhaltigkeitszertifikate aus. Die Schaffung weiterer Nationalparks, die mit der Stilllegung forstwirtschaftlicher Flächen verbunden ist, lehnen wir ebenso ab wie das Abholzen unserer Wälder zur Errichtung von Windkraftanlagen. Der Wald in seiner heutigen Form mit seinem Baum- und Tierbestand, ist das Ergebnis einer generationenüberdauernden Bewirtschaftung.

 

7.2.2. Effektiver Naturschutz – biologische Vielfalt erhalten, biologische Vielfalt gestalten

Der Naturschutz hat seine Ziele nicht erreicht. Der Artenschwund und das Insektensterben gehen weiter.

Im Offenland fehlen Blühflächen und Brachen, die land- wirtschaftlich nicht oder nur extensiv genutzt werden. Selbst biologisch bewirtschaftete Felder bieten nur wenig Lebensraum für Insekten und Vögel. Von den Greening- Maßnahmen (Grasuntersaat, Anbau von Zwischenfrüchten, ökologische Vorrangflächen, Fruchtartenvielfalt) in der Landwirtschaft, die von der EU gefördert werden, haben nur drei von zehn möglichen Maßnahmen einen positiven Effekt. Die Förderung muss auch an den Nutzen für die Natur angepasst werden. Maßnahmen gegen die rapide Ausbreitung gebietsfremder Arten, die heimische Arten verdrängen, müssen erarbeitet und umgesetzt werden.

 

7.6. Tierschutz statt Aktionismus – Jagd stärken

Um eine gesellschaftliche Akzeptanz der Jagd in der Bevölkerung zukunftsfähig zu gestalten und auszubauen, muss der ethische Umgang mit Wildtieren bei der Jagdausübung selbstverständlich sein.

Wir fordern Augenmaß bei der Prävention von Tiererkrankungen wie der Vogelgrippe oder aktuell der afrikanischen Schweinepest (ASP).

 

7.7.Größere Artenvielfalt bei Energiepflanzen

Die AfD Bayern möchte beim Energiepflanzenanbau zur Gewinnung von Strom eine größere Artenvielfalt, um Fruchtfolgen mit erhöhtem Maisanbau aufzulockern.

 

FDP Wahlprogramm 2018

Für uns Freie Demokraten gehen Umweltschutz und soziale Marktwirtschaft Hand in Hand. Dabei bedeutet ein wirksamer Umweltschutz in Bayern auch gleichzeitig den Schutz unserer lebens- und liebenswerten Heimat. Die Grundprinzipien dafür müssen aber Augenmaß und Verstand sein - nicht Ideologie und Moralisierung. Denn letztlich basieren auch Regeln wie das Verursacherprinzip auf liberalen Kernwerten wie Verantwortung und Pflicht.

 

Flora und Fauna schützen

Wir Freie Demokraten fordern, dass sich die bayerische Umweltpolitik an der Resilienz - also der Widerstandsfähigkeit - der Ökosysteme orientiert. Artenschutz und Bestandsentwicklung muss endogene (fremde) Arten stärker in den Blick nehmen, sie beobachten und gegebenenfalls unter Kontrolle halten. Dieser Themenbereich muss ein wichtiger Bestandteil des Artenschutzgesetzes werden. Dabei gilt es, auch die Folgen des technischen Fortschrittes für die die Natur zu beachten: Denn sowohl die Klimaerwärmung als auch der aktuelle Bevölkerungszuwachs werden in Bayern Auswirkungen auf das Ökosystem haben und die Tier- und Pflanzenwelt möglicherweise verändern.

 

Deshalb setzen wir Freie Demokraten uns für die Vereinfachung von Migrationsbewegungen der europäischen Tierwelt ein. Die Förderung des Grünen Bands oder der Wildkatzenweg sind nur einige einige Beispiele, wie solche Maßnahmen aussehen können. Gleichzeitig müssen sich damit aber auch die Bedürfnisse der Menschen - wie beispielsweise die Infrastruktur - vereinbaren lassen. Betroffene wie Jäger und Förster wollen wir einbeziehen.

 

Wir Freie Demokraten Bayern wollen die die Alpen als einzigartigen Lebensraumerhalten. Die im Alpenplan ausgewiesenen Schutzzonen müssen unverändert bestehen bleiben. Die Modernisierung bestehender touristischer Einrichtungen hat Vorrang vor dem Neubau. Der Freistaat Bayern muss die Alpenkonvention konsequent umsetzen.

 

Die LINKE Wahlprogramm 2018

Die bayerische Staatsregierung bzw. der Landtag sind daher aufgefordert:

  • den Anteil von Schutzgebieten an der Landesfläche zu erhöhen; zwei weitere Nationalparks zu gründen.
  • innerhalb der Schutzgebiete auch Rückzugsräume für die Natur zu schaffen, in denen sie sich weitgehend ohne Einfluss des Menschen entwickeln kann.
  • die bestehenden und neu zu schaffenden Schutzgebiete großräumig miteinander zu vernetzen um Tieren und Pflanzen die Möglichkeit zu geben, zu wandern, sich zu paaren bzw. sich genetisch auszutauschen; dies wäre gleichzeitig ein Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel.
  • eine Flächenversiegelungsabgabe einzuführen um den zusätzlichen Flächenverbrauch für Verkehrs- und Siedlungsflächen in Höhe von gegenwärtig rund 20 Hektar am Tag zu stoppen sowie Entsiegelungen an nicht mehr benötigten Flächen vorzuschreiben bzw. attraktiv zu machen.
  • die Einhaltung der guten fachlichen Praxis in der Landwirtschaft und der Düngemittelverordnung besser zu überwachen und den ökologischen Landbau als besonders naturschonende Variante der Landwirtschaft stärker zu fördern.
  • die bestehenden Arten- und Biotopschutzprogramme stärker an den sich vollziehenden Klimawandel auszurichten sowie Programme aufzulegen, die den Schutz vor Bergrutschen infolge des Auftauens des Permafrostbodens in den hochalpinen Gebieten zum Inhalt haben.

 

7.12.Bayerns Wald: Kulturgut, Naherholungsgebiet und Wirtschaftsfaktor

Für den Schutz von Wasser, Luft und Boden haben die bayerischen Wälder eine herausragende Bedeutung. Durch Monokulturen und die ausschließlich gewinnorientierte Bewirtschaftung ist ihr Zustand besorgniserregend. Bayern ist arm an ökologisch wertvollen Naturwäldern, die sich natürlich entwickeln dürfen. Als einzige Landesregierung blockiert die CSU die forstpolitischen Vorgaben der nationalen Biodiversitätsstrategie.

Die bayerischen Wälder dienen vorrangig dem Gemeinwohl und der Daseinsvorsorge und erst danach der Holznutzung und Erwerbsfunktion. Ziel linker Politik ist die Erhaltung einer flächendeckenden Land- und Forstwirtschaft sowie auch die Gewinnung von Einkommensalternativen für die Land- und Forstwirte. Die landwirtschaftliche Produktion hat sich an den lokalen Standortbedingungen und den Bedürfnissen der Menschen zu orientieren. Um dem Klimawandel zu trotzen bedarf es einer gezielten Förderung standortheimischer Baumarten. Besonders betroffen hiervon sind die Alpen und die ostbayerischen Mittelgebirge. Von den 260.000 ha Wald in den bayerischen Alpen sind viele Bestände von Fichten dominiert und anfällig für den Klimawandel. Ihre Funktion als Schutzwald ist deshalb zunehmend eingeschränkt, die Sicherheit im Alpenraum gefährdet.

Die LINKE steht für:

  • die Ablehnung der Privatisierung von Staats- und Kommunalwäldern.
  • den Rückkauf privatisierter Wälder.
  • eine Rückkehr zur bewährten Forstverwaltungsstruktur, denn die Forstreform der CSU opfert den bayerischen Staatswald einer kurzsichtigen Profitorientierung.
  • den Schutz und die Renaturierung aller Moore in den Staatswäldern.
  • die Überarbeitung und Weiterentwicklung des Waldgesetzes für Bayern, den Vorrang von naturschutzrelevanten Zielen vor ökonomischer Nutzung sowie das Verbot von großflächigen Kahlschlägen und des Pestizideinsatzes.
  • eine Erhöhung der Finanzmittel für das Vertragsnaturschutzprogramm Wald.
  • ausreichend Stellen für Beratungsförster zur Unterstützung der Waldbesitzer.
  • ein Gesamtnutzungskonzept für holznutzungsfreie Wälder. Mindestens 10 Prozent der Staatswälder sollen sich natürlich entwickeln.
  • ein landesweites Verbundsystem an Naturwäldern.
  • den Vorrang des Schutzes der Lebensräume von Tier- und Pflanzenarten in den Wäldern vor der Holznutzung.
  • die Förderung nachhaltiger Forstwirtschaft als Motor für die Entwicklung ländlicher Räume und des Tourismus.
  • einen Ausbau der Klimaforschung Wald – Forst – Holz.
  • den Erhalt von Alleen als Kulturgüter.
  • eine Forcierung der Bergwaldoffensive verbunden mit grenzüberschreitender Zusammenarbeit im Rahmen der europäischen Alpenraumstrategie.
  • ernsthafte Bemühungen für eine flächendeckende regionale Anpassung der Forste an die Folgen des Klimawandels.

 

 

Dr. Christine Miller ist Wildtierbiologin und Expertin für Auerhahn, Birkhuhn, Reh & Co. Seit rund 40 Jahren beschäftigt sie sich eingehend mit Wildtieren und ihren Lebensräumen. Sie ist Mitglied in diversen Prüfungsausschüssen im Bereich Naturschutz, Tourismus und Jagd in Bayern und Südtirol, unterrichtet Jagdaufseher und berät Jäger. Privat ist sie selbst auch als Jägerin in den Wäldern Bayerns und Tirols unterwegs.

 

Dr. Miller ist außerdem Gründungsmitglied der Naturschutzorganisation Wildes Bayern, die unter anderem Stellungnahmen zu den im Zuge von Natura 2000 definierten FFH-Gebieten (Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie) abgibt. Im Interview mit dem Naturmagazin "Blühendes Österreich" erzählt sie vom alarmierenden Rückgang der Artenvielfalt in den Wäldern des Alpenraumes – aber auch von der überraschend rasanten Rückkehr eines alten, wilden Bekannten: dem Wolf.

 

Hier lesen Sie das gesamte Interview unter www.bluehendesoesterreich.at

Abgemagertes Reh - (c)Dieter Radziej

 

Fehlender Regen - Viele Rehe im Landkreis Lichtenfels nur noch Haut und Knochen

Die massive Hitze und der geringe Niederschlag haben in vielen Regionen den Wildtieren schwer zu schaffen gemacht. Wie Infranken.de berichtet: "fiel in den vergangenen Monaten auch im Landkreis Lichtenfels kaum Regen. "Nun zeigen sich die grausamen Auswirkungen auf die heimischen Schalenwildarten. Am gravierendsten trifft es dabei das Rehwild und speziell die weiblichen Tiere, die noch Kitze führen. In der Regel setzen Rehgeißen ein, manchmal sogar zwei Kitze. Durch das fehlende Wasser verfügen sie in keinem ausreichenden Maße über Muttermilch und als Folge davon überlebten nur selten beide Kitze, denn durch das Säugen werden die Rehgeißen regelrecht ausgemergelt und schwächer und schwächer", so das Onlinemagazin Infranken.de.

 

Außerdem - so schreibt das Magazin: "...käme Ende Juli/Anfang August kam beim Rehwild die Paarungszeit hinzu, in der Rehböcke manche weibliche Tiere bis zur Erschöpfung jagen. Dies widerum führte dann dazu, dass die letzten Energiereserven beim Rehwild aufgebraucht waren. Allein in den vergangen Wochen wurde den Revierpächtern über 20 Fälle von Spaziergängern und Autofahrern gemeldet, bei denen sie apathische Rehe sahen, die jegliche Scheu vor den Menschen verloren hatten beziehungsweise keinerlei Fluchtverhalten mehr zeigten".

 

Den vollständigen Artikel lesen Sie hier unter www.Infranken.de

 

2011 sorgte ein Vogelsterben in Deutschland für großen Aufruhr. Hervorgerufen wurde das Massensterben durch das Usutu-Virus, dass sich besonders im Spätsommer von Stechmücken auf Vögel überträgt. In der Anfangszeit waren hauptsächlich wärmebegünstigte Regionen entlang des Rheintals und am Untermain betroffen. 2016 konnte dann eine Ausbreitung über Nordrhein-Westfalen nach Norden sowie ein separater Ausbruch im Raum Leipzig und Berlin festgestellt werden.Auch in diesem Jahr ist das Vogelsterben weiter zu verzeichnen. In diesem Jahr sind vor alle die Regionen um Nürnberg sowie zwischen Bremen und Hamburg erstmal betroffen. Hauptsächlich Amseln sind dabei betroffen. #

 

„Wir haben seit Anfang August bereits 55 telefonische Meldungen von Usutu-Verdachtsfälle in Hamburg erhalten", so Marco Sommerfeld, Referent für Vogelschutz beim NABU Hamburg. „Ich gehe davon aus, dass der warme Sommer die Ausbreitung des ursprünglich exotischen Virus begünstigt hat". Und Lars Lachmann, Vogelexperte vom NABU Bundesverband ergänzt: „Die 2018 bisher gemeldeten Fälle übertreffen die Zahlen aus den Vorjahren deutlich, was für ein besonders starkes Auftreten und für einen Verbreitungssprung des Virus spricht“. Ornithologen und Tropenmediziner konnten seit 2011 übrigens feststellen, dass immer dann besonders viele Vögel verenden, wenn das Virus erstmals in einer Region auftritt, wie derzeit rund um Hamburg. In den Folgejahren sinken die Todeszahlen dann auf ein niedrigeres Niveau.

 

Hilfe gegen das Vogelsterben

Um die tatsächliche Ausbreitung des Virus dokumentieren zu können, ist es wichtig, möglichst viele Verdachtsfälle im Labor bestätigen zu können. Entsprechende Untersuchungen nehmen das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg (BNITM) sowie manche veterinärmedizinischen Untersuchungsämter vor. Durch das Virus verursachte Todesfälle von Vögeln treten jeweils während der Stechmückensaison von Mai bis September auf. Infizierte Vögel wirken offensichtlich krank, apathisch, flüchten nicht mehr und sterben meist innerhalb weniger Tage. Fast immer sind es Amseln, bei denen diese Krankheit festgestellt wird, weshalb die Usutu-Epidemie auch als „Amselsterben“ bekannt wurde. Allerdings werden auch andere Vogelarten von diesem Virus befallen und können daran sterben.

 

Tote Vögel sollen nur mit Schutzhandschuhen oder einer umgestülpten Plastiktüte gegriffen werden. „Der Mensch kann durch das Usutu-Virus infiziert werden, aber - wie bei den meisten durch Stechmücken übertragenen Viren - kommt es nur sehr selten zu schweren Erkrankungen", erklärt Dr. Renke Lühken.

 

Bisher sind beim BNITM in diesem Jahr bereits über 200 verendete Vögel aus ganz Deutschland eingesandt worden, davon konnten bisher 132 Tiere untersucht werden. Bei 33 Prozent der bereits untersuchten Vögel hat das BNITM das Usutu-Virus nachgewiesen.

 

NABU und Tropenmediziner bitten daher die Bevölkerung, kranke oder verendete Tiere unter www.nabu.de/usutu-melden zu melden und möglichst zur Untersuchung einzusenden.

 

Hier können Sie tote oder kranke Vögel melden, bzw. hin einsenden:

www.bnitm.de/aktuelles/faq-zum-usutu-virus 

www.nabu.de/usutu-melden

Gänsegeier im Anflug (c) D. Haas

Am Samstag, dem 1. September ist internationaler Geiertag. Genauer gesagt: „Geier-Achtsamkeitstag“ IVAD (International Vulture Awareness Day). Weltweit werden jeweils am ersten Samstag im September zahlreiche Aktionen für die Geier initiert.

 

Über den internationalen "Geier-Achtsamkeitstag“

So lädt zum Beispiel die GESI zu einer Info- und Diskussionsveranstaltung in Sigmaringen ein. Tagungsort ist die Brauereigaststätte Zoller Hof, Leopoldstr. 42, 72488 Sigmaringen, Start ist ab 19:00 Uhr. Zur Einstimmung auf das Thema wird ein preisgekrönter Film von einheimischen Naturfilmern und Geierfans (Bergit und Jürgen Bergmann) gezeigt: „Giganten der Lüfte“, jüngst mit dem „Silbernen Schmetterling“ bei den Bundesfilmfestspielen Natur in Blieskastel ausgezeichnet. Experten der GESI (K.F. Gauggel, Dr. D. Haas u.a.) berichten dann reich illustriert über ihre Aktionen vor Ort und erlauben Einblicke hinter die Kulissen der Forschung und der Naturschutzpraxis unserer Landesbehörden.  Eingeladen sind alle an einer Aufwertung der Region durch spektakuläre Artenschutzprojekte interessierte Bürger, Lokal- und Landespolitiker, Schäfer und andere Landwirte, Jäger.

 

Der Altweltgeier - eine der am stärksten gefährdeten Vögel

Neben den Albatrossen gehören die Altweltgeier zu den am stärksten gefährdeten Vögeln der Welt. Alle 15 Arten haben erhebliche Bestandseinbußen erlitten. In den letzten Jahrzehnten starteten zahlreiche Gegenmaßnahmen in Europa, durch von der EU unterstützte Schutzprojekte, die den höchstgradigen Schutzstatus dieser Vögel berücksichtigen. Viele Regionen der EU profitieren dadurch, vor allem in Spanien, Frankreich, Kroatien, Bulgarien und allen Alpenstaaten, mit Ausnahme von Deutschland, das noch keine Mittel abgerufen hat. Immerhin 2 Arten, die Gänse- und Bartgeier, brüten bereits wieder nur wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Allerdings muss auch sichergestellt werden, dass ihnen die bei uns reichlich vorhandene Nahrung nicht weiterhin systematisch entzogen wird, sie dann auf zivilisatorisch verseuchte Ersatznahrung angewiesen sind und im Aus landen.  

 

Am 31. Juli 2018 wurde im Landkreis Haßberge/Ortsteil Sulzbach in einer sogenannten „Kofferfalle“ eine tote Wildkatze entdeckt. Biologen, die sich in der Region um diese streng geschützte und seltene Tierart kümmern bemerkten, dass an einem der heißesten Tage dieses Sommers um die Mittagszeit die Falle zugeschnappt war. In dem niedrigen Gefängnis, dass mit einer schwarzen Teichfolie zugedeckt war, musste das Tier einem qualvollem Hitzetod erlegen sein. 

 

Die Schnauze der Katze war voller Erde, die aus Holz bestehenden Seitenwände der Falle wiesen deutliche Kratzspuren auf. Die Polizei ermittelte rasch den zuständigen Jäger, der vorgab, dass er die Falle im Morgengrauen zwar kontrolliert habe, der aber trotzdem die Falle „fängisch“ stehen ließ und damit in Kauf nahm, dass ein Tier im Laufe des Tages in der Fall gefangen wurde.

 

Aus diesem Grund hat „Wildes Bayern e.V. zusammen mit einer örtlichen „Tierschutzinitiative Haßberge e.V.“ und dem „Landesverband Bayern des Deutschen Tierschutzbundes“ Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Bamberg gestellt. Die Fallenjagd ist in Bayern streng reglementiert. Wer eine sogenannte „Lebendfalle“, wie die verwendete Kofferfalle einsetzt, muss sicherstellen, dass das gefangene Tier nicht zu Schaden kommt. Auf diese Weise könnte eine unfreiwillig gefangene Wildkatze wieder frei gelassen werden. 

 

Unserer Auffassung hat der Jäger direkt vorsätzlich gehandelt,“ so Dr. Christine Miller vom Verein „Wildes Bayern“, die die Anzeige federführend einreichte. „Wer bei diesen Temperaturen eine Falle „fängisch“ stellt, und weiß, dass er in den nächsten Stunden die Falle nicht kontrollieren wird, nimmt in Kauf, dass sich ein Tier darin fängt und dann über Stunden in dem engen Gefängnis ausharren muss. Die Falle stand in prallem Sonnenlicht, ohne Schatten, das kann kein Tier überleben.“ Und ergänzt: „Außerdem sorgen die Wildkätzinnen jetzt noch intensiv für ihre Jungen. Und das Töten von Muttertieren, die noch mit der Aufzucht beschäftigt sind, ist ebenfalls eine Straftat, die der Jäger bewusst in Kauf genommen hat. Die Tier- und Naturschützer hoffen nun, dass der Jäger schnellstmöglich zur Verantwortung gezogen wird.

 

Über die Kofferfalle:  Eine Kofferfalle ist ein rechteckiger Kasten mit einem Auslösemechanisms, der durch das Betreten desselbigen ausgelöst wird. Wird der Auslöser betätigt, klappt der Deckel zu. Eine Kofferfalle muss regelmäßig kontrolliert werden. 
 
 

In der Wochenendausgabe vom Münchner Merkur 18./19. August ist ein interessanter Bericht erschienen zum Thema Steinadlerhorste in unserer Heimat.

Nun wurde folgender Leserbrief von Dr. Hubertus Rechberg veröffentlicht...

In der Wochenendausgabe vom Münchner Merkur 18./19. August ist ein interessanter Bericht erschienen. Das Thema:

Die geringen Bruterfolge der Steinadler in Bayern. Warum das so ist, fand eine Gruppe beherzter Ornithologen vor ein paar Tagen heraus. Der Artikel ist lesbar, wenn man in den Einstellungen die Seite vergrößert.

Danke an Nicola Förg für diesen interessanten Bericht und an Andy Brehm für seine engagierten Kletterpartien!

Bildquelle: Kollage Wildes Bayern (Konrad Kriechbaumer (l.) / privat (r.))

Auch wenn dieser Artikel und dieser Vorfall schon "ein paar Tage" her ist - trotzdem eine spannende Geschichte...:

"Murmeltier in der Au gefunden" - so lautete eine Schlagzeile beim Oberbayerischen Volksblatt im Jahr 2017. Die Zeitung schrieb damals: "Ein ganz besonderer Gast hatte sich am Wochenende in Au umgesehen: Ein Murmeltier versteckte sich unter einem parkenden Auto. Nachdem es zuvor einen Kellerraum verwüstet hat, suchte sich das Tier ein vermeintlich sicheres Versteck.

Dort blieb es aber nicht lange ungesehen. Aufmerksame Auer sicherten mit einem Netz das Auto ab, mit einem Kescher gelang es schließlich das Tier einzufangen. Vorübergehend fand es in Wilharting bei Rupert Opperer ein Quartier, die Naturschutzbehörde im Landratsamt Rosenheim wurde verständig. Wie das Murmeltier nach Au kan, behielt der Besucher für sich..." Quelle OVB Online

 

Wo leben unsere Murmeltiere?

Kennt Ihr schon das "Murmeltierprojekt" von Stephanie Weiler? Stephanie Weiler absolviert das Masterstudium Wildtierökologie und Wildtiermanagement an der Universität für Bodenkultur in Wien und war schon als kleines Kind zum Wandern in den Bergen unterwegs und von Murmeln begeistert.

Auch ihre Masterarbeit dreht sich rund um die Murmeltiere und zusammen mit Dr. Christine Miller vom Verein Wildes Bayern e.V. hat sie eine Studie rund um die Murmeln gestartet. Los ging es im vergangenen Jahr, aber auch in diesem Jahr wird fleißig weiter gezählt.

 

Hier finden Sie weitere Informationen zu diesem Projekt...

Bildquelle: Kollage Wildes Bayern (Konrad Kriechbaumer / privat)

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